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Brand- und Löschmittelrückstände an Bobst 3-Farben-Flexodruckmaschine

Case Study aus dem Archiv · Erstveröffentlichung in der Fachzeitschrift Instandhaltung 05/2008

3 Farben-Flexodruckmaschine Bobst 160, Bauj. 1983

Wenn ein Brandschaden auftritt, geht es oft in erster Linie darum, den Produktionsausfall gering zu halten und die Maschine so schnell wie möglich wieder instand zu setzen. Dafür gibt es erfahrene Spezialisten.

Es war ein Kurzschluss – und zwar einer mit verhängnisvollen Folgen. Im November 2006 geriet durch diesen verhältnismäßig unbedeutenden technischen Fehler in einer großen Druckerei bei Coburg eine 3-Farben Flexodruckmaschine Typ 160, Baujahr 1983, des Herstellers Bobst in Brand.

Antriebsseite nach dem Schaden und nach der Sanierung

Das Feuer entstand während der Tagschicht, als die Produktion in vollem Tempo lief. Das bot wenigstens den Vorteil, dass die Mitarbeiter an den Maschinen den Brand sofort bemerkten und umgehend handeln konnten. Die Druckerei hatte zudem in den Produktionshallen Löschwasserleitungen verlegt und Pulverlöscher stationiert, so dass die brennende Maschine in nur etwa drei Minuten gelöscht werden konnte.

Die umgebenden Maschinen waren weder durch den Brand noch durch die Löscharbeiten betroffen und konnten weiter betrieben werden. Die betroffene Maschine, war allerdings nach diesen drei Minuten in einem üblen Zustand.

Die Brandgase sowie das Löschwasser und -pulver hatten ihre Spuren hinterlassen: Chloride aus dem verbrannten PVC der Kabelummantelung, Ruß und Löschpulverrückstände bildeten auf der Druckmaschine einen chemisch aggressiven und sehr stark haftenden Belag.

Damit bestand dringender Handlungsbedarf. Denn unter diesen Umständen können Korrosionsprozesse bereits innerhalb von 48 Stunden noch schwerere Schäden an den blanken Metallteilen der Maschine verursachen.

Die ersten Maßnahmen in diesem Fall dienten dann auch dem Zweck, weitere Korrosion der Metalloberflächen zu verhindern und eine Stabilisierung des aktuellen Zustands zu erreichen. Damit wird die Zeit gewonnen, die nötig ist, um die weiteren Schritte der Sanierung planvoll und in Abstimmung mit den Gegebenheiten im betroffenen Unternehmen durchzuführen.

Es wurde sehr schnell klar, dass in diesem Fall erhebliche Sanierungsarbeiten erforderlich sein würden. Denn auch der Schaltschrank war durch die große Hitze des Brandes stark beschädigt, und die Verkabelung zwischen den Druckwerken verschmort. Die von der Druckerei sofort benachrichtigte und in die weiteren Abstimmungsprozesse eingebundene Versicherung und ein ebenfalls involvierter Maschinen-Sachverständiger rieten deshalb dazu, BELFOR DeHaDe aus Hamm/ Westfalen, hinzuzuziehen.

Denn dieses Unternehmen ist auf die Instandsetzung und Sanierung von Maschinen und Anlagen nach Brand- und Wasserschäden spezialisiert und verfügt in diesem Bereich über einen großen Schatz an Erfahrungen.

Passerkreuzeverstellung, vor der Sanierung und nach der Sanierung

Es gab drei Optionen: Neumaschine, Gebrauchtmaschine oder Sanierung

Die geschädigte Druckerei hatte auch den Service des Druckmaschinenherstellers Bobst hinzugezogen, um dessen Lösungsvorschlag zu hören. Bobst zeigte verschiedene Alternativen auf: Sanierung und Reparatur der geschädigten Druckmaschine, Lieferung einer gebrauchten Ersatzmaschine oder Lieferung einer Neumaschine.

Allerdings waren die nach diesen Einschätzungen zur Wiederherstellung der Maschine notwendigen Sanierungszeiträume für die Druckerei kaum akzeptabel. Und auch die veranschlagten Wartezeiten für die Lieferung einer neuen Maschine hätten einen bedeutenden Produktionsausfall bedeutet, denn die Anlagen werden hier in drei Schichten genutzt und sind damit sehr hoch ausgelastet.

BELFOR DeHaDe bot deshalb an, die Sanierung innerhalb eines Vierteljahres zu erledigen. Der Maschinenhersteller konnte hingegen die Wiederherstellung oder Neulieferung erst nach einem Dreivierteljahr in Aussicht stellen.

Das geschädigte Unternehmen hatte bis dahin noch nie mit BELFOR DeHaDe zusammengearbeitet und war deshalb zunächst sehr zurückhaltend. Nach der Erstbesichtigung und der Abgabe des Angebots folgte ein zweites Gespräch. Erst eine Woche nach dem Schaden erhielt DeHaDe dann den Auftrag zur Wiederherstellung der Maschine.

Die Sanierungsarbeiten an der Maschine musste DeHaDe vor Ort vornehmen. Weitere externe Unternehmen wurden in den Sanierungsprozess einbezogen, um die Prüfung der Motoren und der Lackierung der Bleche vorzunehmen.

Alle anderen Arbeiten führte DeHaDe selbst durch. Dazu setzte es in den drei Monaten Reparaturzeit insgesamt vier Mechaniker, einen Elektriker und jeweils für einen Monat fünf Sanierer ein.

Die Feinjustage, Abnahme und Inbetriebnahme der Maschine erfolgte schließlich gemeinsam mit dem Service von Bobst, der während der Sanierung DeHaDe sehr kooperativ unterstützt hatte.

Die notwendigen Ersatzteile bestellte die Druckerei selbst beim Druckmaschinenhersteller. Das betraf insbesondere den Schaltschrank, der zu etwa 90 % erneuert werden musste.

Der dazu notwendige Kabelbaum wäre in einbaufertiger Ausführung erst nach etwa sechs Monaten lieferbar gewesen.

Es zeigte sich zudem, dass die Schaltpläne nicht aktuell waren, bereits ausgeführte Umbauten an der Elektrik waren hier nicht eingepflegt worden. DeHaDe überprüfte und dokumentierte deshalb den Verlauf jedes einzelnen Leiters des verschmorten Kabelbaums und erstellte so einen neuen Schaltplan, der die aktuelle Klemmenbelegung wiedergab.

Auf dieser Grundlage konnte die Verkabelung innerhalb der versprochenen drei Monate wiederhergestellt werden. Auch sämtliche Lagerungen der Druckzylinder und der Verstellgetriebe wurden erneuert, so dass die Positionsgenauigkeit von Zylindern und Getriebe den hohen Ansprüchen wieder gerecht wurde.

Und schließlich erhielt der Auftraggeber von DeHaDe auf alle durchgeführten Arbeiten eine Gewährleistung von einem Jahr bei dreischichtigem Betrieb.

Steuerwelle vor der Sanierung und nach der Sanierung

Maschinensanierung: Warum und wie?

Ein Schadensereignis kann jedes Wirtschaftsunternehmen schnell in eine gefährliche finanzielle Lage bringen: Die Aktienkurse können schon dramatisch fallen, während die Finanzmärkte beurteilen, wie schnell das Unternehmen seinen normalen Geschäftsbetrieb wieder aufnehmen kann.

Studien haben gezeigt, dass die negativen Auswirkungen auf den Wert eines Unternehmens dann minimal sind, wenn es den Finanzmärkten einen gut organisierten Sanierungsplan für eine baldige Wiederaufnahme seiner Geschäfte vorweisen kann.

Alle Entscheidungen, die nach einem Schaden getroffen werden, zielen deshalb darauf ab, den Geschäftsbetrieb schnellstmöglich wieder aufzunehmen. Da ist selten genug Zeit, um neue Komponenten, Gebäude, Maschinen und Geräte in Auftrag zu geben und dann deren
Lieferung abzuwarten.

Der Geschäftsbetrieb lässt sich hingegen meist dann am schnellsten wieder aufnehmen, wenn es gelingt, so viele beschädigte Betriebsmittel wie möglich zu sanieren und nur die zu ersetzen, die sich gar nicht mehr instand setzen lassen. Um dazu die richtigen Entscheidungen zu fällen und dann die Sanierung im optimalen Umfang durchzuführen, ist jedoch viel Fachwissen erforderlich, das von geschultem Personal mit den entsprechenden Spezialausrüstungen umgesetzt wird.

Und über genau diese Kompetenzen verfügen Sanierungsspezialisten wie BELFOR DeHaDe.

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